MARIE-THERES MARTIN
"Prüfung der Effizienz von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für die Europäische Wildkatze (Felis silvestris silvestris) im Zuge des Neubaus der B50n "
Zusammenfassung der Masterarbeit


Die Europäische Wildkatze (Felis silvestris silvestris, SCHREBER 1777) unterliegt dem Schutz mehrerer Natur- und Artenschutzbestimmungen, gilt in Deutschland aber weiterhin als stark gefährdet (Rote Liste Deutschland [Kategorie 2]). Grund dafür ist die Zunahme des Lebensraumverlusts und der Zerschneidung.

Die Auswirkungen von Straßenneubauten wie die der geplanten Bundesstraße 50n (B50n) und die Kompensation durch Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen werden deshalb genau untersucht. Im Zuge dieser Untersuchungen wurde in den Jahren 2010, 2012 und 2013 sieben Wildkatzen (3 m,4 w) auf dem Moselsporn (Landkreis Bernkastel-Wittlich) gefangen und besendert.

Unter Verwendung der MCP- und Kernel-Methode ergaben sich signifikante Unterschiede in der Streifgebietsgröße zwischen Kudern (MCP: 1592 ha 748 ha, Kernel: 988,11 ha 569,89 ha) und Katzen (MCP: 302,22 ha 47,96 ha, Kernel: 178 ha 28 ha). Keine signifikanten Unterschiede konnte bei den Kernzonen festgestellt werden. Überlagerungen der Streifgebiete und der Kernzonen konnten sowohl inter- als auch intrasexuelle festgestellt werden. Außerdem zeigte sich, dass Streifgebiete sowohl in ihrer Größe als auch in der räumlichen Lage saisonalen und individuell schwanken.
Die zukünftige B50n schneidet die Streifgebiete aller untersuchten Wildkatzen und führt bei vier Wildkatzen mittig durch das Streifgebiet und durch die Kernzonen. Betrachtet man die Querungen und Ortungen aller Wildkatzen, die die zukünftige Trasse schneiden, fanden die meisten im Umkreis der geplanten Grünbrücke BW 28 statt. In den Wintern 2012 und 2013 wurden auf zwei Grünbrücken (BW 32 und BW 33) die Schneespur von je einer Wildkatzen aufgefunden.

Mithilfe des Electivity-Index wurde Habitatpräferenzen aufgezeigt. Es wurde eine signifikante Präferenz von Mischwald, Acker und den Ausgleichsflächen festgestellt. Für Laubwald und Grünland konnte eine Nutzung entsprechend des Angebotes ermittelt werden, während Weinberg, Gehölz und Nadelwald gemieden wurden. Alle Wildkatzen, bis auf Viktoria, präferieren die Ausgleichsflächen. Bei allen Wildkatzen bis auf Richard wurden signifikante Unterschied festgestellt. Innerhalb der verschiedenen Ausgleichsflächentypen zweigen die Wildkatzen sehr unterschiedliche Tendenzen.

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